Sehr geehrter Herr R

Wie Sie mir schreiben, beachten Sie die zehntägige Einsprachefrist, über die Ihre Zusendung nichts aussagt. Ich möchte daher zu prüfende Zusendungen nur noch per Post erhalten, zumal die eMail-Fotos davon manchmal kaum leserlich sind. Als Leser meines Kanals wissen Sie: keinerlei Einsprachebegründung.

"1 zu 1 weiterverwenden“ kann bedeuten, dass jemand Texte ohne sie verstanden zu haben, einfach ohne eigene Überlegungen weiterverwendet, wovon ich abrate. Meine „Vorlagen“ sollen die Leser meines Kanals zum Nachdenken und zur Inspiration anregen. Wer dies aber beherrscht, soll alle meine Anregungen, auf seinen Fall angepasst, gerne verwenden.

Falls Sie nach der Einsprache noch etwas bekommen, können Sie es mir mit einer genauen (nicht wie hier allgemeinen) Anfrage per Post zukommen lassen. Akteneinsicht können und sollen Sie verlangen, wenn die Staatsanwaltschaft Ihren Fall ans Gericht überweist (Überweisungsbeschluss oder ähnlich), dann erst wird eine Frist dafür gesetzt.

Bitte nehmen Sie mir handwerkliche Routine soweit möglich ab, in Ihrem Fall die Art. 32 und 33 Volksschulgesetz BE nachschauen, aus Ihrer Zusendung ersichtlich: https://www.belex.sites.be.ch/frontend/versions/1165 . Schön wäre, wenn die Staatsanwaltschaften solche Links in ihren Strafbefehlen (=Beschuldigungen) gleich einfügen würden. Die Bestimmungen bedeuten nicht, dass Ihre Einsprache aussichtslos ist; aber man muss wissen, worin der Vorwurf besteht. Man kann es leicht selbst im Internet finden.

Art. 32

Verantwortlichkeit für den Schulbesuch

1

Die Eltern sind verpflichtet, ihre Kinder in die Volksschule zu schicken. *

2

Wer ein Kind, für dessen Schulbesuch er verantwortlich ist, schuldhaft nicht in die Volksschule schickt, ist strafbar. Die Schulkommission hat in diesem Fall nach Anhören der Betroffenen Anzeige zu erstatten. *

3

Die Eltern helfen mit, gute Lernvoraussetzungen zu schaffen, insbesondere indem sie ihre Kinder ausgeruht und ernährt in die Volksschule schicken. *

Art. 33

Strafe bei Schulversäumnis, Massnahmen

1

Die Strafe bei Schulversäumnis ist Busse. Bei deren Bemessung berücksichtigt das Gericht im Rahmen der allgemeinen Strafzumessungsgrundsätze insbesondere die versäumte Unterrichtszeit. *

2

Die Urteile sind nach Eintritt der Rechtskraft unverzüglich der Schulkommission und der Schulleitung zuzustellen. Die eingegangenen Bussen sind den Gemeinden zu überweisen. *

3

Stellt das Gericht fest, dass eine Schülerin oder ein Schüler gefährdet oder verwahrlost ist, benachrichtigt es die zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde; hievon gibt es der zuständigen Schulkommission und der Schulleitung Kenntnis. *

LG

Heinz Raschein

heinz.raschein@spin.ch